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World of Wahlkampf

Wahlkampfstimmung.
Mich wundert es ja, daß sich fast alle Parteien brav daran gehalten haben erst 6 Wochen vor der Wahl zu plakatieren. Irgendwie fühlt sich dieser Nationalratswahlkampf anders an, was wohl daran liegen mag, daß mehr Parteien als bisher plötzlich mit besonders ausgefallenen und flippigen Plakaten zu punkten versuchen.

Die ÖVP startet ihre erste Plakatrunde, wie bereits im Landtagswahlkampf in Tirol, mit positiver Stimmungsmache. Man lullt uns mit Fotos von Bergkulissen und lauschigen Badeseen ein, man sagt uns, daß Österreich geradezu überquillt mit Entdeckern und Optimisten. Wohl aber nur um uns hinterher in einer zweiten Plakataktion wieder zu verunsichern, daß alles Gute aus Österreich schwinden würde, wenn man die ÖVP nicht wählt. Wir erinnern uns an den heurigen ÖVP-Landtagswahlkampf in Tirol.
In der dritten Plakatkampagne wird man uns dann Spindelegger als Retter der Nation vorsetzen, ein schwarzer Ritter in weißer Weste.

Die Grünen plakatieren bundesweit einen zungenzeigenden Schimpansen – nein, den wählen wir garantiert nicht. Aber hoppla – werden wir Wähler hier etwa zum Affen gemacht? Wir zeigen den korrupten Dieben die Zunge? Ich kenne mich nicht aus bei diesem Plakat. Noch befremdlicher der tote Marienkäfer, der die rotschwarze Koalition symbolisieren soll. Wieviele Marienkäfer haben die Grünen wohl um die Ecke gebracht bis sie das Bild im Kasten hatten? Irgendwie belämmert, aber nicht so belämmert wie andere…sagen sie zumindest, die Grünen.

Die NEOS-Leute tingeln derzeit mit pinken Autokarawanen durch Österreich. Solche Frontalwahlkampftouren kennen wir ja bereits von allen bislang etablierten Parteien – Glawischnig reist mit dem grünen Tourbusmoster, die NEOS halt mit einer ganzen Flotte an Lieferwägen und Smarts. Sehen Infostände denn soviel schicker aus, wenn man sein Auto davor parkt?

Straches Übernächstenhiebe-Kampagne wurde ja bereits medial recht gut erörtert. Auf jedem der Fotos kuscheln sich mindestens eine blonde Frau, eine sympathische Seniorin oder gar ganze Katalogfamilien an ihn ran. Da es in der Vergangenheit so oft vermeintliche Mißinterpretationen der FPÖ-Plakatkampagnen gab, geht Strache auf Nummer sicher und stellt auf seinen Plakaten eindeutig klar, daß er nur seine Allernächsten liebt. Brrr…

Langweilig wie immer, die SPÖ-Kampagne. Ein roter Teppich für den Kanzler…Faymann vor rotem Hintergrund. Sie fallen meist nur dann auf, wenn Unbekannte die Plakate mit sarkastischen Ergänzungen versehen haben. Hmmm, mehr fällt mir dazu nicht einmal ein.

Stronach plakatiert überall dasselbe Motiv, nämlich sich selbst. Ein 80-Jähriger, der mit seiner erfolgreichen Vita in den nächsten Jahren der Garant für ein besseres Österreich sein möchte. Superheldensyndrom.
Aber ich befürchte, daß die Menschen sich tatsächlich Superhelden als Politiker wünschen. Da greifen sie nach jedem Strohhalm. Sie schieben auch jene Gedanken beiseite, was passieren würde, wenn Stronach einmal nicht mehr die Lust oder die Kraft hat die Speerspitze seiner Partei zu stellen…wie die Wölfe werden sich seine Parteijünger dann um sein politisches Erbe und die daran geknüpften Parteienförderungen streiten. Ich finde es dennoch spannend mitzuverfolgen, wie Stronach es schafft, sich in seinem fortgeschrittenen Alter immer noch als so starke Leitfigur zu präsentieren. Eigenartig, jetzt muß ich an Spongebobs Meerjungfraumann denken.

Ach ja…und dann gibts da noch das BZÖ. Haben die überhaupt plakatiert? In Tirol habe ich noch kein BZÖ-Plakat entdecken können. Tante Google sagt mir, die Bucher Zentrale Österreichs hat Bucher plakatiert. Er schielt ein wenig.

Autorin: Irene L.


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