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Der Chip unter der Haut…von der Verschwörungstheorie zur Realität?

Im Augenblick ist gerade die Digital Business Messe „chipCeBIT 2016″ in Hannover in vollem Gange.

Auf diesem mehrtägigen Event präsentieren unzählige Technologieproduzenten und Softwareanbieter ihre neuesten Produkte.
Neben den neuesten Robotermodellen und Produkten aus dem 3D-Drucker wird heuer auch die Chiptechnologie der Firma Digiwell vorgestellt. Es handelt sich dabei um Funk-Chips, die unter die Haut implantiert werden um zum Beispiel einen sicherern Identitätsnachweis oder sichere Zahlungsweisen zu ermöglichen.

Bereits vor einem Jahr sorgte eine schwedische Firma für Aufsehen, deren Mitarbeiter sich Chips unter die Haut pflanzen lassen um z.B. Schließmechanismen in Sicherheitsbereichen öffnen zu können.
Solche RFID-Chips sind an sich ein alter Hut – bereits Anfang der 2000er Jahre wurden solche Transponderchips (VeriChips) in den USA zur Implantation am Menschen zugelassen. Auch Privatpersonen liessen sich solche Chips einsetzen damit im Falle gesundheitlicher Notfälle jederzeit eine Ortung des Patienten und eine Auslesung seiner Gesundheitsdaten möglich ist.

Neu ist allerdings, dass die Hersteller solcher Chips diese Technologie nun an die breite Masse anbringen möchten.
Die CeBIT in Hannover ist eine der größten Plattformen zur Vorstellung neuer Technologietrends – vieles, was dort einst vorgestellt wurde ist heute nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Bedenkt man nun, dass es in Europa heute unmöglich ist, sich einen Reisepass ausstellen zu lassen ohne dabei seinen Fingerabdruck zu registrieren, so ist es wohl auch nur mehr eine Frage von wenigen Jahren bis wir statt dem Reisepass einen RFID-Chip unter der Haut als Identitätsnachweis tragen.
Keine Frage – die Hersteller werden uns natürlich die vermeintlichen Vorzüge durchaus schmackhaft machen, denn wir können dann sicher und bargeldlos bezahlen, wir verlieren nie wieder unseren Ausweis oder unsere Geldbörse und man kann seine Gesundheitsdaten und viele andere praktische Gadgets auf dem Chip abspeichern.

Der Digiwell Firmenvertreter Patrick Kramer meint: «Der Mensch wird irgendwann Bestandteil des Internets werden – wir sind schon auf dem Weg dahin.»

Ehrlich gesagt: Ich möchte lieber nur Nutzerin des Internets sein, ich möchte nicht organischer Bestandteil des Netzes sein. Ich möchte auch weiterhin die freie Wahl haben, wann ich mich aus dem Internet ausklinke. Ich möchte in der Lage sein meinen Reisepass, meinen Schlüsselbund, mein Smartphone und meine Krankenakte auch einfach mal wegzulegen. Ich möchte manchmal auch einfach nur mal ICH sein und nicht ein wandelnder Bankaccount. Ich habe wirklich ernste Bedenken, wohin uns diese Technologie führt und, ob sie nicht eines Tages mehr zu unserem Schaden als zu unserem Vorteil dient.

Autorin: Irene Labner


Cebit 2016: Technik, die unter die Haut geht und scheue Roboter – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/digital/Cebit-2016-Technik-die-unter-die-Haut-geht-und-scheue-Roboter-id37216747.html

 


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