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Sexuelle Übergriffe: Bewußtwerdung und Scheinheiligkeit

Köln und nichts ist mehr, wie es war…oder doch?

Seit in Köln und anderen Städten zu Sylvester mehrere größere Gruppen an Männern Menschen beiderlei Geschlechts ausgeraubt haben und dabei vorgrapschallem den Frauen gegenüber sexuell übergriffig wurden, da ist das Thema „Sexuelle Gewalt“ bzw. „Sexuelle Belästigung“ in aller Munde.
Die Medien überschlagen sich schier mit immer neuen Fallberichten zu sexuellen Übergriffigkeiten, doch was allen aktuellen Berichten gemeinsam ist, das ist der Fokus auf die Täter mit Migrationshintergrund.
Viele Menschen, vor allem Männer, sind nun sehr entsetzt und vermuten nun den Hauptteil der Sextäter primär in den Reihen der Zuwanderer. Sie erkennen nicht, dass sie hier einer medialen Verzerrung aufsitzen. Sie sehen nicht, dass tagtäglich auch deutsche und österreichische Männer Frauen gegenüber sexuelle Gewalt anwenden, weil diese Fälle gerade nicht in den Medien präsent sind.

Die derzeitige Siuation ist sehr verwirrend. Auf der einen Seite ist es begrüßenswert, dass sexuelle Nötigung endlich in der Öffentlichkeit diskutiert und dadurch enttabuisiert wird. Andrerseits  ist es etwas schockierend, wie stark derzeit der Blick von einheimischen Tätern abgewendet wird.
Am ärgerlichsten ist, dass gerade jene Politiker, die vor wenigen Monaten noch verhindern wollten, dass das „Pograpschen“ als strafbare Handlung deklariert wird, nun am lautesten herumbrüllen, dass man die sexuelle Belästigung von Frauen unterbinden muss. Das ist scheinheilig.

Viele Frauen wurden und werden innerhalb und außerhalb ihrer persönlichen Beziehungen Opfer von sexueller Gewalt im Sinne eines schweren Übergriffes. Und FAST JEDE Frau wurde zumindest einmal oder mehrmals Opfer von sexueller Belästigung. Viele der Frauen sprechen nicht darüber und gehen damit erst recht nicht zur Polizei um den Vorfall anzuzeigen.
Wir Frauen kennen die Gesichter der sexuelle Belästigung: die Grapscher an den Po, die im Alkoholdunst aufgedrückten Küsse und Umarmungen auf Parties, das vermeintlich zufällige Berühren der Brust, anzügliches Anbaggern an der Bushaltestelle…die Tatorte sind oft die Arbeitsstelle, die Partylocation, Gasthäuser und Bars, Bushaltestellen, Zeltfeste, uvm.
Wenn man dann sagt, das man diese Annäherungen nicht möchte, dann folgen nicht selten Herabwürdigungen: „Jetzt hab dich nicht so!“ „Bist wohl frigide?“ „Das war doch nichts.“

Als Mensch mit Menstruationshintergrund weiß ich, dass es nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund sind, die sexuell übergriffig werden.
Sexuelle Grenzüberschreitungen jeglicher Art müssen juristisch geahndet werden, egal ob sie durch Migranten oder einheimische Menschen getätigt werden. Im übrigen finde ich es auch nicht in Ordnung, wenn Frauen Männern einfach ungefragt an den Po greifen.

Autorin: Irene Labner
Bildquelle: http://polizeireporter.westreporter.net/wp-content/uploads/2013/06/grapsch.jpg


Kommentare

2 Kommentare zu Sexuelle Übergriffe: Bewußtwerdung und Scheinheiligkeit

  1. ahem meinte am

    Es ist bitte ein Unterschied ob Menschen auf öffentlichen Plätzen von einer ganzen Meute angegriffen werden oder ob sich eine Person daneben benimmt.
    Es ist auch ein Unterschied ob sich eine Frau generell trotzdem unbelästigt in öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen kann, oder ob eine Belästigung in manchen Ländern schon eher zur Tagesordnung gehört.

  2. Mich lässt dieses Thema noch lange nicht los. (Ebensowenig, wie es Europa loslässt.)

    "Was in der Silvesternacht in Köln passierte, passiert jetzt, in diesem Moment und wie selbstverständlich, am helllichten Tag hunderttausendfach in Nordafrika und in der arabischen Welt: Frauen werden sexuell belästigt, gedemütigt und, so sie es wagen, sich den Übergriffen zu widersetzen, als „Schlampen“ oder „Huren“ beschimpft."
    Kamel Daoud (https://en.wikipedia.org/wiki/Kamel_Daoud): "Es ist das binäre halal/haram-Denken, das den ,Theo-Populismus‘ ausmacht: ,Kreuzzüglerisierung‘ des ,anti-muslimischen‘ Westens, Obsession eines in allem überall gewitterten jüdischen Komplotts, Promotion des islamistischen Vorbildes in der Mode, den Riten, der Sexualität, dem Zölibat, der Ehe . . . Das Land: verschleiert, nikabisiert, gemobbt und in eine Frauenhintern-Überwachungsstation verwandelt, mittels beschämender und mittelalterlicher Predigten.“
    "Das ist das Nordafrika, aus dem auch einige der Kölner Täter kommen."

    Drei Zitate aus: Sie hassen uns (http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gastbeitrag-von-samuel-schirmbeck-zum-muslimischen-frauenbild-14007010.html), FAZ, Gastbeitrag von Samuel Schirmbeck (https://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Schirmbeck) zum muslimischen Frauenbild, 11.01.2016

    Am 19.01.2015 schrieb Samuel Schirmbeck ebenda: Die Linke im Muff von tausend Jahren (http://www.faz.net/aktuell/politik/die-gegenwart/linke-verweigern-diskussion-ueber-islam-und-gewalt-13377388.html)
    "´Wir sollten ehrlich sein und zugeben: Mehr als der islamistische Terror ist es die Dauerberieselung durch einen uns allen von den Machthabern aufgezwungenen sinnentleerten religiösen Diskurs, (Einfügung H: er meint die nordafrikanischen Staaten, bzw. deren Einwohner) die zu den Extremismen führt. Die Vernunft daran zu hindern, sich wirklich ernsthaft bei uns einzurichten, ist die wahre Katastrophe´, sagte Abdellah Taia (http://tinyurl.com/gny463w) und riss damit die Schutzmauer zwischen Islam und Islamismus ein, die in jeder deutschen Talkshow zum Thema Islam immer wieder aufs Neue errichtet wird."

    Ich bin zwar politisch eher links zu verorten, das hindert mich aber nicht daran, über meinen Standpunkt (auch hier) nachzudenken und ihn ggf. zu ändern.
    Mittlerweile bin ich überzeugt, dass wir da eine berechtigte Religionskritik üben dürfen und sollen. (Wie es auch bereits nordafrikanische Intellektuelle bereits tun.)
    Österreichischer Missstand ist beispielsweise, dass die antisemitische und antidemokratische Organisation Milli Görüs (http://tinyurl.com/h4k5usd) und die revolutionäre islamische Muslimbruderschaft (http://tinyurl.com/h8spv9v) in staatlich geförderten Kindergärten Kleinkinder indoktrinieren.
    Ohne die wahren Hintergründe benannt zu haben, ist kein Missstand im gesellschaftlichen Diskurs zu beheben.

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